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Die Nacht der Igel
Eine Spur im Garten führt Ben und seiner Schwester zu einer nächtlichen Entdeckung.
Seit drei Nächten ist am Morgen der Futternapf der Katze leer. Das wäre nicht ungewöhnlich, wenn Kater Momo nachts draussen wäre. Doch Momo schläft zurzeit jede Nacht auf dem Sofa.
„Jemand klaut sein Futter“, sagt Ben.
Seine Schwester Joana betrachtet die kleinen Spuren neben dem Napf. „Oder jemand braucht es.“
Am Abend stellen sie eine alte Wildkamera ihres Onkels auf. Die Kamera reagiert auf Bewegung und macht im Dunkeln Bilder. Ben würde am liebsten die ganze Nacht am Fenster warten, aber um halb zehn schickt Papa beide ins Bett.
Am nächsten Morgen rennen sie noch im Pyjama in den Garten.
Auf der Speicherkarte sind zuerst nur Bilder von Momo, von flatternden Blättern und von Bens eigener Hand beim Einschalten der Kamera.
Dann erscheint ein rundes Tier mit spitzer Nase.
„Ein Igel!“, ruft Joana.
Auf dem nächsten Bild ist noch ein kleinerer Igel zu sehen.
Ben will sofort wieder Katzenfutter hinstellen. Doch Joana schlägt vor, zuerst nachzulesen, was Igel wirklich brauchen. Gemeinsam erfahren sie, dass Wasser hilfreich sein kann und dass man Wildtiere nicht einfach dauerhaft füttern sollte. Wichtig sind vor allem sichere Verstecke, Durchgänge zwischen Gärten und möglichst wenig Gefahren.
Am Nachmittag sprechen sie mit ihren Eltern. In einer Ecke des Gartens lassen sie künftig Laub und Äste liegen. Der tiefe Lichtschacht bekommt eine Abdeckung. Unter dem Zaun gibt es bereits eine kleine Lücke, durch die ein Igel passt.
In der folgenden Nacht zeigt die Kamera wieder den grossen Igel. Er schnuppert kurz am leeren Platz des Futternapfs und verschwindet dann unter der Hecke.
„Vielleicht wohnt er gar nicht bei uns“, sagt Ben.
„Muss er auch nicht“, meint Joana. „Es reicht, wenn er sicher durchkommt.“
Ben schaut auf das Bild. Der Garten fühlt sich plötzlich grösser an als vorher – als wäre er ein kleiner Teil einer unsichtbaren Nachtstrasse.
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